Nachdem die Tele Atlas - Daten erfolgreich in eine Datenbank importiert wurden, stellt sich die Frage, wie aus den vorliegenden Vektordaten Rasterdaten - sprich Karten - generiert werden können. An dieser Stelle kommt der UMN Mapserver ins Spiel.
Bereits seit Anfang 2006 ist bei vianovis der UMN Mapserver für die interne Kartenerzeugung im Einsatz. Allerdings wurde er bisher nur dafür verwendet, georeferenzierte Rasterbilder zu kombinieren, da vor allem beim Labeling (Beschriftung) von Vektordaten - insbesondere bei gekrümmten Straßen (curved labels) - kein zufriedenstellendes Ergebnis zurückgeliefert wurde. Dies hat sich mit der aktuellen 5er Version des UMN Mapservers nun geändert. Nachdem wir zuvor mehrere andere Mapserverlösungen getestet hatten, kamen wir zu dem Entschluss wieder auf den UMN zu setzen.
Zur grundlegenden Funktionsweise eines Mapservers möchte ich mich sehr kurz fassen. Für weitere Informationen sei auf die offizielle Seite des UMN Mapservers verwiesen. Unser Mapserver läuft unter Apache2 auf einem Linux/Debian Server. Hier haben wir uns eine eigene mapserv mit Modulen für das Grafikrendering (AGG, GD), für die Georeferenzierung (PROJ) sowie weitere notwendige allgemeine Funktionsmodule (GDAL) oder Module für die Datenbankanbindung kompiliert.
Das Kernstück des UMN bildet das sogenannte Mapfile , eine Textdatei die zum einen Informationen über die Darstellung in der Karte und Verweise auf die verwendeten Daten (Shapefiles, DB-Zugriff, Geotiff, usw.) beinhaltet, zum anderen aber auch Referenzen auf andere Mapfiles aufweisen kann.
Das Mapfile wird über ein CGI-Script angesprochen, welches ebenfalls von der UMN Mapserver Seite bezogen werden kann. Der Aufruf sieht in etwa wie folgt aus:
http://213.239.217.71/cgi-bin/mapserv?MODE=map&MAP=/var/www/streetpro/bavariaWGS84.map&IMGSIZE=800 800&MINX=11.25&MINY=48&MAXX=11.75&MAXY=48.50&LAYERS=sign city adminlevel0 adminlevel1 adminlevel2 adminlevel3 adminlevel4 street1 street2 street3 street4 street5 street6 street7 street8 street9 railroad ferry nature water landuse urban landcover interchange schum
Mithilfe dieses Aufrufs erscheint nach ein paar Sekunden ein Kartenausschnitt von München und dessen Umland.

Auffällig ist, dass die Orte, die am Rand der Kachel liegen nicht beschriftet werden. Das hat den Grund, dass wir für unseren Flash-Karten-Client als Karten ein vorberechnete, pyramidales Kachelsystem einsetzten, ähnlich wie es Google bei Google Maps oder Google Earth verwendet und wie es heute aus Performance-Gründen allgemein üblich ist. Eine Auslieferung der Karten direkt über eine Live-Anbindung an einen WMS-Server wäre zu langsam.
Ein separater Artikel erläutert die genauere Vorgehensweise diesbezüglich. Die von uns erstellten Karten werden z.B. von der Süddeutschen Zeitung online im Immobilienportal eingesetzt. http://maps.sueddeutsche.de
Tobias